COVID 19: Eine Krise – Eine Herausforderung – Eine Lösung

CURA Projektablauf (Quelle: CURA)

Als Reaktion auf die anhaltende und sich immer schneller ausbreitende Corona-Pandemie hat eine Kooperation aus Architekten und Ingenieuren unter der Leitung des MIT-Professors Carlo Ratti und des Architekten Italo Rota das Open-Source Projekt CURA (Connected Units for Respiratory Ailution Ailgins) ins Leben gerufen. Das Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, der enormen situativen (Über-) Belastungen der Intensivstationen auf internationalem Raum entgegen zu wirken und Krankenhäuser schnell und qualitativ zu unterstützen.  DIPLAN, als Vorreiter der digitalen Transformation in der Architektur und Bauplanung, unterstützt das Projekt mit seinen innovativen Kompetenzen, die wir jahrelang in unserer Forschung und Entwicklung gewonnen haben und arbeitet im Zuge dieses Projektes Hand in Hand mit dem MIT Senseable City Lab zusammen.

„In den letzten Wochen hatten die Krankenhäuser in den am stärksten von Covid-19 betroffenen Ländern, von China, Italien, Spanien über Großbritannien bis zu den USA, große Mühe, ihre Kapazität der Intensivstationen zu erhöhen, um eine wachsende Zahl von Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen aufnehmen zu können, die ein Beatmungsgerät benötigen“ – CURA-Team  

CURA-Pod: Die Intensivpflegekapsel  

Als Grundlage dafür gilt die Entwicklung von Plug-In-Intensivpflegekapseln in Schiffcontainern (ICU-Pods), die flexibel an jedem beliebigen Standort aufgestellt werden können und so die internationale Intensivpflegekapazität schnellstmöglich erhöhen. Die medizinischen Einheiten verfügen dabei im Gegensatz zu herkömmlichen Krankenhauszelten über ein Belüftungssystem, das anhand einer speziellen Bioabdichtung im Inneren einen Unterdruck erzeugt, wodurch das Entweichen kontaminierter Luft verhindert wird. Dabei entsprechen die Intensivpflegekapseln den internationalen Normen der Isolationsräume für luftübertragene Infektionen (AIIRs), sodass die Pods als vollwertige Isolierstationen genutzt werden können.  

„Ziel ist es, dass die ICU-Pods schnell in Städten auf der ganzen Welt eingesetzt werden können, um umgehend auf den Platzmangel auf den Intensivstationen der Krankenhäuser und die Ausbreitung der Krankheit zu reagieren.“ – CURA-Team 

Die Pods wurden so konzipiert, dass sie als autonome Einheiten arbeiten oder durch eine aufblasbare Korridorstruktur miteinander verbunden werden können, um so größere Mehrbett-Cluster zu bilden. Demnach ist es denkbar, dass die Einheiten als Ergänzung neben bestehenden Krankenhäusern aufgestellt werden, oder als eigenständige Feldlazarette auf Parkplätzen und Restflächen dienen. Dabei bietet jede Einheit Platz für zwei Intensivbetten und ist mit der entsprechenden medizinischen Versorgungstechnik für Intensivstationen (u.a. Beatmungsgeräte, Monitore, Ständer für intravenöse Flüssigkeiten etc.) ausgestattet. Die Produktionskosten liegen Ratti zufolge pro Einheit bei circa 100.000 Dollar einschließlich aller medizinischen Geräten, was etwa einem Drittel der Bett-Kosten eines vorgefertigten Notfallkrankenhauses entspricht.  

Vom Schiff über die Schiene bis zum LKW  

Ein entscheidendes Merkmal der CURA-Pods ist die standardisierte Größe der intermodalen Schiffscontainer, die als „Hülse“ für die Intensivstationen dienen. Diese wurden grundlegend für den Güterverkehr konzipiert und finden seit Jahrzehnten via Schiff, Zug oder LKW internationalen Einsatz. Somit ist es möglich, durch bereits vorhandene Infrastrukturen für den Transport die Pods schnell und einfach zwischen Ländern und Städten zu bewegen, ohne dass die Innenraumausstattung umgeladen werden muss.  

CURA Pod Innenansicht mit medizinischer Ausstattung
CURA Pod Innenansicht (Quelle: CURA)

„Das Wichtigste ist die Leichtigkeit, mit der man diese Hülsen bewegen kann”, sagt Ratti. „Die Wellen des Virus breiten sich so schnell in verschiedene Regionen aus, deshalb müssen wir in der Lage sein, die Intensivstationen dort einzusetzen, wo sie am meisten gebraucht werden […].“ 

Stark aufgestellt: CURA-Pods und der DIPLANNER  

Eine wesentliche Frage, die bei der Platzierung der einzelnen Pods und der Errichtung von Mehrbett-Clustern im Zentrum steht, ist folgenden: Wie kann die zu Verfügung stehende Fläche bestmöglich, d.h. maximal genutzt werden, um die Intensivpflegekapazität so stark wie möglich auszubauen?  

Für diese Frage hat DIPLAN als Pionier der Digitalen Transformation eine Lösung gefunden. Wir, als aufstrebendes PropTech-Start-Up haben es uns mit dem DIPLANNER zur Aufgabe gemacht, die Nutzungsmöglichkeiten von Grundstücken so effizient wie möglich zu gestalten.  

Doch wie funktioniert das?  

Der DIPLANNER versteht sich als KI-gestütztes Tool, mit dem wir anhand eines eigens entwickelten Algorithmus in der Lage sind, für Projektflächen die optimale Berechnung  von möglichen Wohnbauflächen auf Grundstücken zu ermitteln. Speziell für das CURA Projekt haben wir unser Potenzial der Flächenoptimierung genutzt, um mit unserem Wissen und Know-How einen sehr schnellen und effizienten Weg der maximalen Flächenberechnung bereitzustellen. Im Zuge dessen haben wir spontan und pro bono unseren DIPLANNER auf die CURA-Pods Maße angepasst, automatisiert und binnen von kürzester Zeit die maximale Anzahl und Platzierung der Pod Units ermittelt – und das für jede Fläche, in jeder Stadt, in jedem Land.  

(Quelle: CURA / DIPLAN)

In unserem Animationsvideo sehen Sie, wie die potentielle Platzierung aussehen kann. Dabei ist zum einen die Ausrichtung des Mehrbetten-Clusters je nach Position der Schnittstelle zum bereits bestehenden Krankenhaus flexibel. Zum anderen zeigt das Video die Vielzahl an Möglichkeiten der Ausrichtung von einer bestimmten Position aus.  Damit haben wir uns als wichtiger internationaler Projektpartner positionieren können und sind stolz, CURA bei der Realisierung zu unterstützen.  

„Es ist uns sehr daran gelegen, unsere Möglichkeiten im Bereich der digitalen Planung und Digitalen Transformation für CURA bereitzustellen. Wir hoffen, dass unser Beitrag zur Krisenbewältigung vielerorts genutzt werden kann.“  

Bereits heute konnte der erste CURA-Pod als Erweiterung eines provisorischen Krankenhauses in Turin installiert werden. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten und weiteren starken Partnern wie Vauxhall, Philips, Kering oder Bompas&Parr hoffen wir, dass wir schnellstmöglich eine flächendeckende Anwendung umsetzen können.  

Erfahren Sie mehr über das Projekt und den Konfigurator.