Magdeburg Dom

Die Stadt an der Elbe: Magdeburg

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Einst durch Otto I.  im Jahre 986 gegründet, zählt Magdeburg heute zu den größten und bedeuteten Städten der neuen Bundesländer. Mit rund 238.700 Einwohnern [1] ist Magdeburg die Hauptstadt Sachsen-Anhalts und gilt als wichtiger Industrie- und Handelsstandort. Als eines der kulturellen Zentren der neuen Bundesländer weißt Magdeburg nicht nur eine geschichtliche, sondern auch eine große architektonische Vielfalt auf. Heute möchten wir Ihnen zwei Bauwerke vorstellen, die abseits der berühmten Sakralbauten und des Bauhaus-Stils ihren ganz eigenen Charme haben.

Ein letztes Zeugnis Hundertwassers

In unmittelbarer Nähe des Magdeburger Doms – dem wohl bekanntesten Bau der Stadt – findet sich eines der wenigen Häuser des österreichischen Künstlers Friedenreich Hundertwasser: Die Grüne Zitadelle von Magdeburg. Dabei handelt es sich um das letzte Projekt, an dem Hundertwasser vor seinem Tod gearbeitet hat. Am Ort der heutigen Grünen Zitadelle stand eins die Nikolaikirche von Magdeburg. Aufgrund von schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1959 abgerissen und die einstigen Ruinen wichen einer Fläche, die bis Ende der 1960er Jahre brach lag. Anfang der 1970er Jahre wurde auf dem Grundstück dann ein Wohnhaus im Stil des Plattenbaus errichtet. Rolf Opitz, damaliger Vorsitzender der Wohnungsbaugenossenschaft „Stadt Magdeburg von 1954“, schlug 1995 vor, das Plattenbauhaus grundlegend umzugestalten. Dazu wurde Hundertwasser angefragt mit dem Ziel, das triste und graue Wohngebäude in seinem klassischen Stil in neuem Glanz erscheinen zu lassen.

Grüne Zitadelle Magdeburg
Grüne Zitadelle Magdeburg

Aufgrund eines größeren Gestaltungsspielrahmen entschied man sich im Verlauf jedoch für einen Neubau, dessen Planung durch die Architekten Peter Pelikan und Heinz M. Springmann erfolgte. Die Grüne Zitadelle wurde 2005 mit einer Gesamtnutzfläche von 11.300m2 fertiggestellt, die Baukosten beliefen sich dabei auf rund 27 Millionen Euro. Heute sind im Erdgeschoss des Gebäudes mehrere Ladenlokale, ein Café sowie ein Restaurant anzutreffen. Darüber hinaus beherbergt die Grüne Zitadelle ein Theater, ein ART-Hotel und eine Kindertagesstätte, die anlehnend an Hundertwasser den Namen „FriedensReich“ trägt. In den oberen Etagen des Hauses befinden sich neben 55 Wohnungen diverse Praxen und Büros. Nicht nur die Verbundenheit zur Natur, sondern auch die Vorliebe zur Vielfalt zeichnen den österreichischen Künstler aus. So gleicht keine Wohnung der Grünen Zitadelle der anderen, jeder Türknauf ist unterschiedlich gestaltet. Auch die Böden und Treppen sind nicht ebenerdig: Sie sollen Waldwege nachahmen und den Bewohnern das Gefühl von Natur vermitteln.

Wussten Sie schon? Nach der Fertigstellung der Grünen Zitadelle soll möglichst nicht mehr in den äußeren Zustand eingegriffen werden. Das Wachsen der Bäume und das Verblassen der Außenfarbe sollen das Gefühl des Alterns eines Bauwerks vermitteln. [2]


Hoch und hölzern: Der Jahrtausendturm in Magdeburg

Jahrtausendturm Magdeburg
Jahrtausendturm Magdeburg

Mit 60 Metern Höhe ist der Jahrtausendturm in Magdeburg zwar nicht der höchste Holzturm, aber das höchste Holzgebäude der Welt. Anlässlich der Bundesgartenshow 1999 wurde der Turm durch den Schweizer Baugestalter Johannes Peter Staub im Magdeburger Elbauenpark errichtet. Der Turm wurde aus ca. 5.500m3 Holz erbaut und fasst heute eine Ausstellungsfläche von rund 8.030m2, verteilt auf sechs Ebenen. Die architektonisch-gestalterische Form des schiefen Turms ist bestimmt durch den Ausstellungsinhalt: Wissenschaft. Auf jeder der sechs Ebenen wird 6000 Jahre Menschheitsgeschichte, aufgeteilt in diverse Epochen, spielerisch dargestellt. Mit den rund 250 ausgestellten Exponate, davon 150 zur Besucher-Interaktion geeignet, präsentiert der Jahrtausendturm die verschiedensten Wissenschaften – von Geschichte, über Chemie oder Physik bis zur modernen Gerichtsmedizin.

Als Besonderheit des Turms gilt die spiralförmige, 450 Meter lange Rampe. Sie bietet den Besuchern nicht nur Zugang zu den einzelnen Ebenen, sie führt auch zur Aussichtsplattform, gelegen in 42 Meter Höhe. Die 26 Bogenbinder der Kuppelhalle, in der bei Veranstaltungen bis zu 500 Personen Platz finden, werden in 20 Meter Höhe durch einen 10 Tonnen schweren Druckring zusammengeführt. Die Form des Turms an sich wurde durch radial ausgerichtete Holzleimbinder mit einer Spannweite von bis rund 80 Meter realisiert.

Wussten Sie schon? Der höchste Holzturm der Welt steht in Gleiwitz, Polen. Der Sendeturm aus Lärchenholz ist 118 Meter hoch.


Die Uniarkaden in Magdeburg: DIPLANNER-Projekt

Gegenüber des historischen Viersparten-Theaters, eins gegründet 1907 als Zentraltheater Magdeburgs, wurde mit dem DIPLANNER das Projekt „Uni-Arkaden Magdeburg“ entwickelt. Dank des KI-gestützten Algorithmus wurden mehr als 1389 Varianten zur Umsetzung des Wohnbau-Projekts erzeugt. Anschließend hat das DIPLANNER Expertenteam vier optimale Varianten für die 0,03km2 großen Baufläche an der Walther-Rathenau-Straße ermittelt. Dabei ist eine Bruttogesamtfläche von 72.565 m2 bis 81.669 m2 mit einer Anzahl von maximal 1141 Wohneinheiten realisierbar. Je nach Variante liegt die nutzbare Fläche zwischen 58.000 m2 und 65.335m2, die Baukosten weichen von 145,1 bis 163,3 Millionen Euro (€2000 netto/ m2).

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[1] Stand: 31.12.2018

[2] Friedensreich Hundertwasser (Illustrationen): Die Grüne Zitadelle von Magdeburg. Ein Hundertwasser-Architekturprojekt, Avance, Magdeburg 2006