Investitionen in PropTech als Indikator für einen Wandel in der Baubranche

Posted on

 

PropTech ist eine neue Trendbewegung, die in den letzten Jahren dazu geführt hat, gegenwärtige Denkweisen der Bau- und Immobilienbranche zu revolutionieren. Inspiriert von der digitalen Transformation anderer Industrien beginnen PropTech Startups nun zu wachsen und neue Ideen, Innovationen und Erfindungen in die Immobilien – und Baubranche zu importieren. Um jedoch ein Startup reibungslos zu gründen und zu führen, sowie um Technologieentwicklung zu unterstützen, sind neben dem geistigen Paradigmenwechsel, der erreicht werden muss, erhebliche Investitionen erforderlich. Diese Investitionen sind in den letzten Jahren stark angewachsen und demonstrieren somit einen gewissen Reifegrad an Wunsch nach Verbesserung durch Digitalisierung in der Immobilien – und Baubranche.

Überblick über globaler PropTech Investition

Laut CB Insights wurde in PropTech Startups in den vergangenen Jahren weltweit immer mehr investiert. Mit einem Anstieg von 186 Millionen US Dollar in 2011 auf 1.8 Millarden US Doller hat sich die Investitionssumme innerhalb von fünf Jahren verzehnfacht.

 

Aus globaler Sicht wird auf dem amerikanischen Kontinent das meiste Kapital investiert, was im Vergleich zu den Dynamiken anderer Branchen, die digital disruptiert wurden nicht weiter überrascht. Europa bildet den zweitgrößten Markt für PropTech Investitionen und verzeichnet zunehmend starkes Wachstum von rund 19 Prozent auf rund 37 Prozent im Zeitraum von 2014 bis 2017. Ausschlaggebend für die positive europäische Entwicklung sind hier die Investitionen und Deals in Großbritannien. Asien scheint mit um die zehn Prozent eine relativ konstante Rate an PropTech Deals zu besitzen, alle anderen Regionen der Welt haben schwindend geringe Signifikanz im PropTech Bereich.

 

 

Wer investiert in PropTech?

In Deutschland investieren vor allem privaten Unternehmen, Ventures, Business Angels (Einzelpersonen), und die Regierung in PropTech Startups. Nennenswerte Proptech Investoren sind beispielsweise: Claudia Nagel (High Rise Ventures), Marius Marschall (Proptech 1 Ventures), Investis, 32nd Floor, High Rise Ventures, High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Bayern Kapital.

PropTech Startups ziehen derzeit enorme Investitionssummen an – im vergangenen Jahr haben die Technologie-Startups der Immobilienbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz sogar so viel Wagniskapital eingesammelt wie nie zuvor. In Berlin startet zum Beispiel ein neuer Wagniskapitalgeber für Proptech Startups. PropTech1 Ventures, Deutschlands erster auf PropTech-Startups spezialisierter Venture, will insgesamt 40 bis 50 Millionen Euro in junge Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz investieren.

Und warum ist PropTech es wert zu investieren?

Die Attraktivität von PropTechs ist für viele Investoren die Fähigkeit die Probleme auf dem Immobilienmarkt ein Stück weit zu lösen und mit neuen Aspekten und Technologien zu unterstützen. Niklas Zennström, Gründer von Skype und Atomico, einem europäischen VC-Fonds, kommentiert: „Wir mögen den Nischenansatz: Ein Fokus auf die Lösung eines Problems‘‘. In Deutschland ist das Problem Wohnungsbau offensichtlich, neue Lösungen werden dringend gebraucht. Landpreise steigen und Bauanträge benötigen teilweise mehrere Jahre, bis sie genehmigt werden. Vor allem in urbanen Zentren kann aktuell nur schwer bezahlbarer Wohnraum gebaut werden. Laut statitsitischem Bundesamt und Bauinfo Consult werden bis 20150 jedoch rund 84% aller Bürger in der Stadt wohnen, dabei entwickeln sich die Mietpreise weiter nach oben und wir sehen für Städte wie Köln, Stuttgart und Leipzig teilweise einen Rückgang an neu gebauten Wohnungen im Zeitraum 2015 bis 2017. Da lässt sich durch eine digitale Ende zu Ende Kette und Optimierung von vielen einzelnen Schritten noch einiges verbessern.

Das sehen offensichtlich auch Anleger, die derzeit optimistisch in Bezug auf ihre Investitionen im PropTech Bereich sind. Der Global Confidence Index 2018 hat das Vertrauen der Investoren in die PropTech-Industrie auf 8,7 von 10 Punkten eingestuft. Rund 96% der Befragten gaben an, dass sie innerhalb der nächsten 12 Monate die gleiche Anzahl an PropTech-Investitionen oder mehr tätigen würden. Dieses Vertrauen könnte durch die Tatsache erklärt werden, dass 36% der Investitionen von Proptech ihre Erwartungen hinsichtlich des Kundenwachstums übertreffen, gegenüber nur 12% im Jahr 2016.

Es deuten also alle Zeichen darauf hin, dass die Zeit der PropTechs reif ist und nun immer mehr flexibles Kapital vorhanden ist um die Immobilien- und Baubranche digital zu transformieren. Die Notwendigkeit dazu ist langfristig betrachtet offensichtlich, die Dauer der Adaption und Umstellung auf eine neue Arbeitsweise in der Branche ist jedoch schwer abzuschätzen. Derzeit befinden wir uns in Deutschland in der vermeintlich komfortablen Lage, dass die Baubranche boomt, da fällt es nicht ganz leicht etwas akut zu ändern, auch wenn es zukunftsweisend ist. Bei DIPLAN arbeiten wir deshalb mit Nachdruck daran, digitale Ende zu Ende Werkzeuge für eine bessere Planung von Gebäuden zu entwickeln und optimal auf den bestehenden Markt anzupassen.

 

Autor: Caroline Sturm, Sharon Lok